iMovie – eine Einführung

1. Einstieg

1.1 Für wen ist iMovie gedacht?

iMovie ist ein Programm zum Filmschnitt, das für Anfänger und ambitionierte Privatpersonen geeignet ist. iMovie wird mit jedem Mac kostenlos ausgeliefert und kann auch nachträglich gratis aus dem Mac App Store installiert werden. iMovie kommt auch mit hochaufgelöstem Videomaterial (4K) zurecht und beherrscht zahlreiche Funktionen wie

  • professionelle Videotitel,
  • vielfältige Filmfilter, z. B. um einen nostalgisch wirkenden Sepia-Touch zu erzeugen,
  • zahlreiche Übergangseffekte wie einfaches Überblenden
  • Änderungen der Videogeschwindigkeit (Zeitlupe, Zeitraffer),
  • Einfügen von mitgelieferten Toneffekten und Soundtracks.

Anders als frühere Versionen ist iMovie mittlerweile wieder einfach zu bedienen, und die damit erzeugten Resultate lassen sich durchaus sehen. Ein Beispielfilm, der mit iMovie geschnitten wurde, lässt sich auf Apples Homepage ansehen.

1.2 Ein neues Projekt anlegen

Beim Start von iMovie wird die eine Übersicht über alle bislang angelegten Projekte angezeigt. Bereits erstellte Projekte (1) lassen sich mit einem Doppelklick öffnen, neue Projekte (2) mit einem Klick auf das Pluszeichen und dann auf Film (3) erstellen.

1.3 Videodateien in iMovie importieren

Ein neu angelegtes Projekt enthält noch keine Videodateien. Um Videos (oder Bilder oder Audiodateien) zu importieren, wählt man sie im Finder aus und zieht sie nachher auf den grossen Pfeil (4) mit der Beschriftung "Medien importieren". Wenn dieser Pfeil nicht angezeigt wird, muss man vorgängig den Reiter "Meine Medien" (5) anwählen und nacher unter Projektmedien den Punkt "Mein Film" (6). Alternativ kann man den Medienimport auch mit einem Klick auf den grossen Pfeil (4) starten. Die importierten Filme, Bilder oder Töne werden darauf in der Mediensammlung (7, siehe unten) angezeigt.

1.4 Medienvorschau

Bei unzähligen Videoclips (7) ist es oft schwierig, anhand des Vorschaubilds in der Mediensammlung den gewünschten Clip zu finden. Praktisch ist in diesem Fall die Medienvorschau: Dazu positioniert man den Mauszeiger über einem Clip (8) und wartet kurz, bis eine gelbe, senkrechte Linie (9) erscheint. Wenn man nun die Maus im Clip nach links oder rechts bewegt, bewegt man sich im Videoclip entsprechend vor- oder rückwärts. Das zugehörige Vorschaubild (10) wird auf der rechten Seite angezeigt.

1.5 Medien zusammenstellen und anordnen

Bislang sind die Medien lediglich in beliebiger Folge in der Mediensammlung aufgeführt. Um seine Medien in der gewünschten Reihenfolge zusammenzustellen, zieht ein Medium (11) nach dem anderen mit der Maus aus der Mediensammlung (12) in die Schnittleiste (13).

1.6 Reihenfolge der Medien ändern

Durch Klicken und Ziehen mit der Maus (Drag and Drop) lassen sich die Medien in der Schnittleiste rasch neu arrangieren. Eine blaue Linie oder ein blaues Platzhalterfeld zeigen an, wo die zu verschiebende Datei neu eingefügt wird.

1.7 Wichtige Hinweise zur Schnittleiste

Wenn man mit der Schnittleiste arbeitet, sollte man wissen, welche Bedeutung bestimmte Linien und Rahmenfarben zukommt:

  1. Der gerade ausgewählte Clip ist dunkelgelb umrandet.
  2. Eine dunkelgraue Linie mit einem Dreieck an der oberen Kante zeigt die letzte Position an, die in der Clipvorschau (17) angezeigt wurde.
  3. Wenn man die Maus über die einzelnen Clips bewegt, wird eine weisse Linie angezeigt. Zu dieser weissen Linie gehört auch ein …
  4. Vorschaubild. Bewegt man die Maus, wird auch die Vorschau der entsprechenden Clipstelle angezeigt.
  5. Um den Clip ab der neuen Abspielposition (also ab der aktuellen Mausposition) abzuspielen, betätigt man in der Clipvorschau (17) die Abspieltaste (18), oder man drückt einfach die Leertaste. Auf die gleiche Art lässt sie die Wiedergabe stoppen.
  6. Wem die Clips in der Schnittleiste zu klein angezeigt werden, kann eine grössere Darstellung einstellen: Dazu geht man in der Clipleiste in die rechte obere Ecke und schiebt den Schieberegler (19) nach rechts.

2. Clips schneiden

Um einen Videoclip an einer festgelegten Stelle auseinanderzuschneiden, geht man so vor:

  • Man bewegt die Maus über dem gewünschten Clip in der Schnittleiste. Die gelbe Linie (20) zeigt dabei die aktuelle Position im Clip an – das zugehörige Bild wird in der Vorschau (21) ausgegeben.
  • Für die Feinjustierung lässt sich die gelbe Linie auch mit den Pfeiltasten nach links oder rechts bewegen.
  • Ist die gelbe Linie am Schnittpunkt plaziert, klickt man bei gedrückter Befehltstaste (cmd-Taste, ⌘-Taste) die Taste B, also die Tastenkombination cmd-B.
  • Wer lieber mit dem Menü arbeitet, klickt mit der Maus einmal an die gewünschte Schnittstelle im Clip, justiert mit den Pfeiltasten nach und wählt dann aus dem Menü "Ändern" den Eintrag "Clip teilen" (22).
  • Den Eintrag "Clip teilen" findet man übrigens auch im Kontextmenü, das man mit einem Klick auf die rechte Maustaste aufruft resp. am Laptop mit einem Klick, während man die ctrl-Taste gedrückt hält.

3. Clips löschen

Wer Clips oder Ausschnitte von Clips aus der Schnittleiste löschen möchte, kann dies in zwei Schritten tun:

  • Zunächst wählt man den gewünschten Clip resp. Clipausschnitt aus. Die Auswahl wird durch eine gelbe Umrandung sichtbar gemacht.
  • Mit der Rückschritttaste ←/⌫ auf der Tastatur wird der ausgewählte Clip gelöscht.
  • Alternativ löscht man den Clip über das Kontextmenü (23): Dazu den Clip mit der rechten Maustaste (cmd-Klick) anklicken und den Eintrag "Löschen" auswählen.

Wichtig: Alle ursprünglich importierten Clips bleiben in der Mediensammlung als Original vorhanden – nur die in die Schnittleiste importierten Kopien (oder Ausschnitte davon) werden gelöscht.

4. Titel hinzufügen

In der Regel möchte man seinem Film einen Titel verpassen. Oder man möchte während des Films Informationen einblenden. Oder man legt Wert auf einen Abspann. Um den entsprechenden Text einzublenden, blendet man mit einem Klick auf die gleichnamige Taste (23) eine Sammlung von Titeleffekten (24) ein. Um einen Effekt in der Vorschau (25) zu betrachten, fährt man mit der Maus waagrecht über den gewünschten Titeleffekt (26).

Um den Titeleffekt (z. B. 26, s. oben) anzuwenden, zieht man ihn mit der Maus in die Schnittleiste über den Clip, über dem er eingeblendet werden soll.

Wenn der Titeleffekt zu lang oder kurz ist, lässt sich seine Dauer leicht anpassen: Dazu fährt man mit der Maus über das rechte (oder linke) Titel-Ende und wartet, bis ein Doppelpfeil (27) erscheint. Dann lässt sich die Titeldauer durch Verschieben mit der gedrückten Maus nach links oder rechts verändern.

Ein eigener Titel lässt sich im Vorschaufenster eingeben. Dazu klickt man den Titeleffekt in der Schnittleiste an einem passenden Ort an und plaziert so die gelbe Linie (28) für die Clipvorschau (29). In der Clipvorschau wählt man auf den Vorlagentitel ("Titel steht hier") mit einem Doppelklick aus und ersetzt ihn durch den eigenen Titel. Weitere Anpassungen, wie sie aus Textverarbeitungsprogrammen bekannt sind, lassen sich im Menü (30) direkt oberhalb von der Vorschau vornehmen. Hier findest sich auch eine Zurücksetzen-Taste, falls man seine Anpassungen zurücknehmen möchte.

5. Übergänge zwischen Clips einfügen

Stossen zwei Clips in der Schnittleiste direkt aneinander, wird beim Abspielen (nicht vergessen: Leertaste drücken) direkt vom einen Clip zum anderen gewechselt. Wer den Wechsel zwischen den Clips anders gestalten möchte, findet im Bereich "Übergänge" (31) sicherlich etwas Passendes. Um eine Vorschau (33) der einzelnen Übergangseffekte (32) zu erhalten, fährt man mit der Maus horizontal über einen Übergang (34) – das Vorschaufenster (33) simuliert dann den Übergang mit Hilfe zweier Beispielbilder (eine Gruppe von Tannen resp. eine Berglandschaft mit See).

Der gewünschte Übergang lässt sich mit der Maus ganz einfach zwischen zwei Clips ziehen – ein blaues Platzhaltersymbol zeigt dabei an, wohin der neue Übergang zu liegen kommt.

Standardmässig haben alle Übergänge eine Länge von einer Sekunde. Dieser Wert lässt sich bei Bedarf rasch ändern: Mit einem Doppelklick auf den Übergang öffnet sich ein Fenster, wo sich die Dauer einstellen lässt. Mit "Anwenden" überträgt man den eingestellten Wert auf den gerade aktiven Übergang – "Für alle" wendet den eingestellten Wert auf alle Übergänge in der Schnittleiste an. Um einen Übergang zu entfernen, wählt man in zunächst mit der Maus aus und löscht ihn dann mit der Rückschritttaste ←/⌫ auf der Tastatur.

6. Audio bearbeiten

6.1 Toneffekte hinzufügen

iMovie wird mit einer reichen Auswahl an Toneffekten ausgeliefert, die über den Reiter "Audio" (35) aufrufbar sind. Aus der Liste mit den Toneffekten (36) wählt man mit der Maus einen Effekt aus, um ihn Probe zu hören. Die Audiospur (37) des ausgewählten Toneffekts wird oberhalb der Toneffektliste (36) angezeigt. Mit einem Klick navigiert man im Toneffekt zur gewünschten Stelle und startet durch Betätigen der Leertaste die Wiedergabe (oder Alternativ durch Drücken der Abspielentaste ►).

Wer seine Musik mit iTunes verwaltet, kann zusätzlich auf seine gesamte iTunes-Bibliothek zugreifen – in der Seitenleiste wählt man einfach den entsprechenden Eintrag (38) aus. Wenn man hingegen nicht auf iTunes zur Musikverwaltung setzt, kann man seine Audiodateien auch manuell über den Punkt "Meine Medien" importieren (vgl. Kapitel "Einstieg").

Hat man einen passenden Toneffekt gefunden, zieht man ihn mit der Maus in der Schnittleiste unter den jeweiligen Clip.

6.2 Lautstärke anpassen

Die Lautstärke eines Toneffekts passt man an, indem man mit der Maus die grüne Linie (39) nach oben (lauter) oder unten (leise) verschiebt.

Wichtig: Auf analoge Art lässt sich auch die Lautstärke der Tonspur eines Clips anpassen.

6.3 Audio ein- und ausblenden

Um Toneffekte und andere Audiospuren ein- oder auszublenden, schiebt man den linken grünen Punkt nach rechts (einblenden) resp. den rechten grünen Punkt nach links (ausblenden). Im Beispiel unten wird der Ton langsam eingeblendet – erkennbar an der nach oben geschwungenen Kurve hin zum grünen Punkt.

6.4 Länge eines Toneffekts oder einer Audiodatei anpassen

Um den Toneffekt beispielsweise an die Länge eines Videoclips anzupassen, positioniert man die Maus über dem rechten oder linken Rand des Audioclips und wartet, bis der Doppelpfeil erscheint. Dann verschiebt man den Rand bei gedrückter Maustaste, bis der Audioclip die gewünschte Länge hat.

7. Weitere Optionen bei Clips

Wenn in der Schnittleiste ein beliebiger Clip ausgewählt ist (egal ob Video- oder Audioclip), erscheinen oberhalb von der Vorschau eine Reihe weiterer Optionen (40):

  • Video- und Tonqualität automatisch verbessern
  • Farbbalance
  • Farbkorrektur
  • Beschneiden
  • Stabilisierung
  • Lautstärke
  • Rauschunterdrückung und Equalizer
  • Tempo
  • Clipfilter und Audioeffekte
  • Clipinformationen

Diese Optionen in dieser Einführung zu besprechen führte allerdings zu weit. Bei Bedarf klickt man sich einfach selber durch diese zusätzlichen Einstellmöglichkeiten – die meisten sind intuitiv gehalten und ohne weitere Erklärung anwendbar.

8. Projekt sichern und benennen

Praktischerweise sichert iMovie automatisch alle Änderungen, die man an seinem Videoprojekt vornimmt. Wer ein neues Projekt erstellt hat, kann es ganz einfach benennen: Dazu klickt man auf die Taste "Projekte"(41), um zur Projektübersicht zurückzukehren. Auf dem Weg dorthin fragt iMovie nach dem Namen, den man seinem Projekt geben möchte.

In der Projektübersicht erscheint nun das zuvor benannte Projekt (43), wo es sich mit einem Doppelklick erneut öffnen und bearbeiten lässt.

9. Fertige Filme bereitstellen

Ist der Film einmal fertig geschnitten, muss man ihn in ein brauchbares Format umwandeln. Brauchbar heisst: in einer für das Zielgerät angepassten Grösse und einem entsprechenden Dateiformat. Eines ist klar: Wenn der Film lediglich auf einem Smartphone wiedergegeben werden soll, reicht eine geringere Bildauflösung, als wenn man den Film auf einem Beamer vorführen möchte. Der Filmexport erfolgt über die Bereitstellen-Taste (44) in der rechten oberen Ecke des iMovie-Fensters. Im erscheinenden Fenster wählt man nun die passende Export-Option – in der Regel also den Eintrag "Datei" (45).

Die Einstellungen im nachfolgenden Dialogfenster sollte man mit Bedacht wählen:

  1. den Name der Filmdatei,
  2. ob nur der Ton oder das Video mitsamt Ton ausgegeben werden soll,
  3. wie hoch die Auflösung des Videos sein soll (die verfügbaren Optionen hängen von der Auflösung der importierten Videoclips ab) und wie gut die Filmqualität,
  4. ob bei der Filmkompression mehr Wert auf die Geschwindigkeit oder die Qualität gelegt werden soll.

Wenn die Einstellungen einmal vorgenommen sind, wird unter dem Vorschaubild die ungefähre Grösse (50) der erzeugten Filmdatei angezeigt. Um den Filmexport abzuschliessen, klickt man auf "Weiter …" und legt den Speicherort der Filmdatei fest.

Achtung: Der Filmexport kann je nach Länge des Films eine ganze Weile in Anspruch nehmen. Wenn man jetzt iMovie schliesst, wird der Filmexport abgebrochen. Ob der Film bereits fertig exportiert ist, lässt sich am Füllgrad des Kreises (51) neben der Bereitstellen-Taste ablesen.