Videos zuschneiden und kombinieren

1. Problematik

Im Unterricht reicht die Zeit selten, einen Film oder eine Fernsehsendung ganz zu zeigen. Umgekehrt möchte man nicht Stunden damit zubringen, den Film passend zurechtzuschneiden. Was also tun? Neben dem kostenlosen Videoschnittprogramm iMovie liefert Apple ein weiteres Programm aus, mit dem sich Filmmaterial schneiden lässt: der Quicktime Player. Solange es nur darum geht, einen Ausschnitt aus dem Filmmaterial herauszuschneiden, ist dieses Programm hervorragend. Anders sieht es aus, wenn man mit iMovie mehrere Sequenzen aus einem Film (oder aus mehreren Filmen) kombinieren möchte: In diesem Fall produziert iMovie unnötig grosse Filmdateien. Mit der richtigen Vorgehensweise und einem ebenfalls kostenlosen Programm (MP4Joiner) lässt sich diese Einschränkung von iMovie aber problemlos umgehen.

2. Die Software

2.1 Der Quicktime Player

Der Quicktime Player ist primär ein Programm, um Video- und Audiodateien abzuspielen. Was die wenigsten wissen: Der Quicktime Player besitzt auch einfache Funktionen, um Video- und Audiodateien zu schneiden. Kompatibel ist der QuickTime Player mit vielen verschiedenen Audio- und Videoformaten: mit Quicktime-Filmdateien (.mov), mit den meisten MPEG-Dateien (.mp4, .m4v, .m4a, .mp3, .mpg, .mpeg) sowie einigen AVI- und WAV-Dateien (aus dem Windows-Bereich).

2.2 MP4Joiner

Beim MP4Joiner ist der Name Programm: Diese Software kombiniert verschiedene mp4-Dateien zu einer neuen mp4-Datei. Das kann der Quicktime Player grundsätzlich auch. Das spezielle am MP4Joiner: Er kombiniert mp4-Dateien so, dass die erzeugte mp4-Datei exakt so gross ist wie die Summe der Dateigrössen der kombinierten mp4-Dateien. Der Quicktime Player hingegen rendert (berechnet) die kombinierte mp4-Datei neu, was zu einer grösseren Datei führt – teilweise ist die kombinierte Datei mehreremal so gross wie die einzelnen Dateien.

Herunterladen lässt sich der MP4Joiner als Teil des Software-Pakets MP4-Tools.

3. Einen Ausschnitt freistellen

Soll aus einer Video- oder Audiodatei nur ein einzelner Ausschnitt freigestellt werden, öffnet man die Datei zunächst im Quicktime Player. Im Menü "Bearbeiten" wählt man den Eintrag "Kürzen …", oder man drückt direkt das Kürzel cmd-T (⌘T) – hält also die Befehlstaste (cmd-Taste) gedrückt und tippt auf die T-Taste (T steht für Trimmen).

In Fenster mit dem Video (oder der Tonspur) erscheint nun ein gelber Rahmen mit zwei bewegbaren Anfassern links und rechts. Mit der Maus zieht man nun einen der Anfasser oder beide an die gewünschte Position, um seinen Ausschnitt auszuwählen. WIchtig: Wenn man mit der Maus (resp. dem gewählten Anfasser) etwa eine Sekunde an einer bestimmten Stelle bleibt, zoomt das Programm an die entsprechende Position heran – nun lässt sich der passende Schnittpunkt bildgenau wählen. Ist der Ausschnitt fertig gewählt, klickt man auf die Taste "Kürzen".

Über das Menü "Ablage" wählt man den Befehl "Sichern …" (oder drückt das Kürzel cmd-S resp. ⌘S), um die freigestellte Sequenz auf dem Computer zu speichern.

4. Mehrere Ausschnitte freistellen und kombinieren

4.1 Beliebige Ausgangsdateien

Vielleicht möchte man mehrere Ausschnitte einer Video- oder Audiodatei freistellen und neu kombinieren. In diesem Fall öffnet man die gewünschte Datei zunächst im Quicktime Player. Um die Datei in einzelne Sequenzen zu unterteilen, geht man so vor:

  • Man fährt mit dem Positionsregler (grün) an diejenige Stelle, wo man den Film zu schneiden wünscht.
  • Nun wählt man im Menü "Bearbeiten" den Eintrag "Clip teilen" oder drückt auf der Tastatur die Tastenkombination cmd-Y (resp. ⌘Y).

Als Resultat dieses ersten Filmschnitts liegen zwei voneinander getrennte Filmsequenzen vor. Jede Filmsequenz ("Clip") lässt sich weiter unterteilen. Dazu verschiebt man den roten Positionsregler an die gewünschte Stelle und ruft den Befehl von zuvor (cmd-Y) erneut auf.

Clips, die nicht benötigt werden, werden mit der Maus ausgewählt und über die Rückschrittaste ← gelöscht (oder alternativ über das Menü "Bearbeiten > Löschen"). Anschliessend klickt man auf die Fertig-Taste.

Wer sein Werk jetzt sichern möchte, wird enttäuscht: Der Sichern-Befehl im Menü "Ablage" ist ausgegraut und lässt sich nicht aufrufen. Stattdessen klickt man auf den Schliessen-Befehl. Jetzt erscheint ein Fenster, wo man aufgefordert wird, die vorgenommenen Änderungen zu sichern. Verstehe einer Apple!

Bis die Datei gesichert ist, dauert es allerdings ein Weilchen – je nach Filmlänge und -auflösung. Der Grund: Quicktime rendert (berechnet) den ganzen Film neu, und zwar Bild für Bild. Das nimmt nicht nur Zeit in Anspruch, sondern führt auch zu einer unnötig grossen Datei.

4.2 MP4-Dateien als Ausgangsmaterial

Liegt der Ausgangsfilm im mp4-Format vor? Falls ja, hat man Glück gehabt! In diesem Fall lässt sich der Film so schneiden, dass das Schnittresultat garantiert kleiner ist als die Ausgangsdatei. Das Vorgehen ist allerdings etwas anders als zuvor. Und: Man benötigt die kostenlose Zusatzsoftware MP4Joiner (s. gleichnamiges Kapitel weiter oben).

  • Zunächst öffnet man den mp4-Ausgangsfilm im Quicktime Player.
  • Anschliessend stellt man einen ersten Ausschnitt frei und speichert ihn ab (z. B. mit dem Namen "Teil 1.mp4"). Dann schliesst man das Fenster mit dem ersten Ausschnitt.
  • Nun öffnet man den mp4-Ausgangsfilm im Quicktime Player erneut, stellt einen zweiten Ausschnitt frei und speichert ihn ("Teil 2.mp4").
  • Dieses Vorgehen wiederholt man so lange, bis alle Ausschnitte als separate mp4-Dateien ("Teil 1", "Teil 2" usf.) vorliegen.
  • Jetzt kommt der MP4Joiner ins Spiel: Nach dem Programmstart klickt man auf das grüne Pluszeichen (1) und wählt über das Auswahlfenster die zuvor erstellten mp4-Filmdateien ("Teil 1", "Teil 2" usf.) aus. Wenn man dabei die Wahltaste (cmd-Taste) gedrückt hält, lassen sich mehrere Dateien auf einmal anklicken.
  • Falls man möchte, kann man die Reihenfolge der hinzugefügten Filmausschnitte ändern: Dazu wählt man einen Ausschnitt aus (2) und klickt auf einen der grünen Pfeile (3) in der Seitenleiste, bis der Filmausschnitt am gewünschten Ort ist.
  • Zuguterletzt verbindet man die Filmausschnitte mit einem Klick auf die Join-Taste (4).