Fotos und Videos vom Smartphone auf den Schulmac laden

Heutzutage tragen praktisch alle Schüler ein Smartphone auf sich. Die sich ergebenden neuen Möglichkeiten lassen sich durchaus für den eigenen Unterricht nutzen. Ein Beispiel dafür sind Videos, die die Schüler selber erstellen und schneiden. Ein grosses Problem dabei: Wie kommen die Videos auf den Computer? Technikbegeisterte Schüler werden für ihr eigenes Smartphone sicherlich einen Weg kennen – wie sieht es aber mit dem Rest der Schüler aus, wie mit dem Lehrer?

Hier lernen Sie, wie Sie Videos und Bilder vom Smartphone auf die Macs an der Schule übertragen. Auf den Macs müssen Sie dazu keine Spezialsoftware installieren – es reichen die Bordmittel und ein Internetzugang.

1. Übersicht über die Optionen

Grundsätzlich lassen sich Smartphones auf vier Arten mit dem Schulmac verbinden:

  • via USB-Kabel,
  • via Bluetooth (hier nicht besprochen),
  • direkt via WLAN oder
  • über eine Cloud wie die KFR-Cloud oder Dropbox.

Am sichersten ist dabei die kabelgebundene Variante – die beiden drahtlosen Verbindungsoptionen (Bluetooth, WLAN) sind weniger sicher, weil sich übermittelte Daten prinzipbedingt abfangen lassen. Wenn immer Sie die Möglichkeit dazu haben, verwenden Sie die Übertragungsvariante über das USB-Kabel.

2. Verbindung via USB-Kabel

Wenn Schüler ihre Fotos und Videos auf den Schulmac übertragen sollen, bitten Sie Ihre Schüler vorgängig, ein USB-Verbindungskabel zum eigenen Smartphone mitzubringen. Dann gestaltet sich das Übertragen der Daten auf den Mac rasch und ohne Probleme — zumindest im Fall der apple-eigenen Geräte iPhone, iPad und iPod.

iPhone, iPad und iPod

Im Apple-Universum verläuft die übliche Verbindung zwischen dem Mac einerseits und dem iPhone und Konsorten andererseits via iTunes: Hier lassen sich die Daten zwischen den Geräten synchronisieren. In unserem Fall ist dies allerdings nicht erwünscht: Erstens sollen nur einzelne Bilder oder Videos auf dem Mac landen (und nicht umgekehrt), und ausserdem ist eine Synchronisation langsam, weil sie alle Daten überträgt.

Zum Glück gibt es für Fotos und Videos einen alternativen Zugang: Starten Sie auf dem Mac das Programm "Digitale Bilder" (1), das Sie im Programme-Ordner finden. Wenn Sie ein iPhone (oder iPad/iPod) via USB-Kabel an den Mac anschliessen, erscheint es oben links im Programm (2). Klicken Sie auf das iPhone-Symbol, entsperren Sie bei Bedarf das iPhone, und schon zeigen sich rechts alle Bilder und Videos (3), die auf dem iPhone abgelegt sind. Um die gewünschten Bilder und Fotos auf den Mac zu laden, erstellen Sie auf dem Schreibtisch am besten einen neuen Ordner (Klick mit der rechten Maustaste auf den Schreibtischhintergrund oder aber Drücken der Tastenkombination cmd-⇧-N). Unten im Programm "Digitale Bilder" lässt sich beim Punkt "Importieren nach" (4) einstellen, wo die Bilder und Videos auf dem Mac gespeichert werden sollen. Die Voreinstellung ist der Bilderordner – wählen Sie hier über den Eintrag "Weitere …" (5) ruhig den zuvor auf dem Schreibtisch erstellten Ordner aus. Für den Import klicken Sie entweder auf die Taste "Alle importieren" (6). Oder aber Sie wählen vorgängig die gewünschten Fotos und Videos mit der Maus aus (bei gedrückter cmd-Taste lassen sich auch mehrere Fotos wählen) und betätigen dann die Taste "Importieren" (7).

Android-Smartphone

Bei Smartphones mit dem Android-Betriebssystem funktioniert das Programm "Digitale Bilder" leider nicht voreinstellungsmässig. Wenn Sie ein Android-Smartphone via USB-Kabel an den Mac anschliessen, können die folgenden drei Fälle auftreten:

  • Massenspeichermodus. Im Finder resp. auf dem Schreibtisch erscheint ein Symbol, das aussieht wie dasjenige eines USB-Sticks. Wenn Sie dieses Symbol öffnen, bekommen Sie Zugang zu allen Ordnern auf dem Android-Smartphone. Dies ist bei älteren Androidversionen der Fall. Falls der Massenspeichermodus nicht aktiv ist, lässt er sich auf dem Android-Smartphone leicht aktivieren:
    • Android-Version 2: "Menü > Einstellungen > Anwendungen > Entwicklung > USB-Debugging" wählen.
    • Android-Versionen < 4.2: "Einstellungen > Mehr > USB Utilities > USB-Speicher mit PC verbinden" wählen.
  • PTP – Picture Transfer Protocol. Neuere Android-Smartphones haben oft keinen Massenspeichermodus mehr. Stattdessen stehen dort zwei neue Übertragungsprotokolle zur Verfügung. Eines davon ist PTP: Wenn das Android-Smartphone in diesen Modus geschaltet ist, wird es vom Mac wie eine digitale Fotokamera erkannt, und Bilder und Videos auf dem Smartphone lassen sich am Mac über das Programm "Digitale Bilder" auslesen. Um PTP ab Android-Version 4.2 zu aktivieren, geht man so vor:
    • Entwickleroptionen einschalten: (1) In den "Einstellungen" auf "Über das Telefon" klicken. (2) So lange auf den Menüpunkt "Build-Nummer" klicken, bis die Nachricht erscheint, dass die Autorisierung zum Entwickler geglückt ist. (3) Die Entwickleroptionen sind nun in den "Einstellungen" als vorletzter Menüpunkt sichtbar.
    • USB-Debugging aktivieren: Dazu einfach in den Entwickleroptionen den entsprechenden Punkt aktivieren. Achtung: Wenn das Smartphone bei aktiviertem USB-Debugging gestohlen wird, kann der Dieb den Sperrcode umgehen und auf das Smartphone zugreifen.
    • Wechsel in den PTP-Modus: Den Benachrichtigungsbereich von Android nach unten ziehen und auf "Als Mediengerät angeschlossen" drücken. Nun öffnet sich ein Menü, in dem sich PTP (der Kameramodus) aktivieren lässt.
  • MTP – Media Transfer Protocol. In diesem Modus kann der Mac nichts mit dem Android-Smartphone anfangen – ausser Sie installieren Zusatzsoftware wie Android File Transfer (von Google). Um MTP zu aktivieren, gehen Sie vor wie unter PTP beschrieben.

3. Verbindung via WLAN

Oft ist kein USB-Kabel vorhanden, um das Smartphone mit dem Mac zu verbinden. Oder im Fall eines Android-Smartphones mag der Schüler nicht in den Einstellungen herumfummeln und den potentiell heiklen Entwicklermodus freischalten (wer dort falsche Einstellungen vornimmt, macht sein Smartphone unsicher). In diesem Fall gibt es einen alternativen Weg, um Bilder und Videos auf den Mac zu bekommen:

  • Bitten Sie die Schüler vorgängig, auf ihrem Smartphone die kostenlose App "Airmore" (1) zu installieren. Sie ist sowohl im iOS App Store erhältlich als auch im Google Play Store.
  • Der Mac und das Smartphone müssen zwingend mit dem gleichen WLAN verbunden sein, damit sich eine Verbindung herstellen lässt.
  • Airmore muss nun auf dem Smartphone gestartet werden. (2)
  • Auf dem Mac wird ein beliebiger Webbrowser (z. B. Safari) geöffnet und die Adresse web.airmore.com eingegeben.
  • Mit dem Smartphone wird der QR-Code gescannt (3), der im Webbrowser angezeigt wird (4). Praktischerweise ist der QR-Code-Scanner direkt in der Airmore-App integriert.
  • Es wird automatisch eine Oberfläche (5) ähnlich wie der Finder im Webbrowser angezeigt. Von dort kann man auf den Bilder-Ordner (6) im Smartphone zugreifen, Fotos und Videos mit einem Klick markieren (7) und herunterladen (8).
  • Um die Verbindung zum Mac zu unterbrechen, klickt man auf dem Smartphone auf die Taste "Trennen" (9).

Auch wenn der Weg über Airmore ausserordentlich praktisch ist, hat er doch einen Nachteil: Sie müssen dem Anbieter von Airmore zwingend vertrauen. Das ist aber bei allen (!) Programmen auf Ihrem Mac und Ihrem Smartphone der Fall.

4. Verbindung via Cloud

Wer Zugriff auf eine Cloud hat, macht sich das Leben leichter. Schüler können ihr Video beispielsweise in ihre Dropbox oder ihre iCloud laden und von dort einen Link an den Lehrer senden. Allerdings haben längst nicht alle Schüler Dropbox, iCloud oder eine andere Cloud eingerichtet – geschweige denn können sie damit umgehen. Es gibt aber eine Cloud, auf die alle KFR-Angehörigen – Schüler wie Lehrer – zugreifen können: die KFR-Cloud. Von den meisten unbemerkt, fristet sie ihr Dasein im Intranet. Der Aufruf erfolgt über das Wolkensymbol in der oberen Menüzeile des Intranets.

Einen Ordner einrichten

Damit Ihnen die Schüler Bilder und Videos abgeben können, sollten Sie einen Ordner einrichten. Klicken Sie dazu auf das entsprechende Symbol (1), und geben Sie den gewünschten Ordnernamen (2) ein. Im Beispiel unten sollen die Schüler der Klasse 2f Bilder für ein Periodensystem (PSE) abgeben.

Um dem Ordner die passenden Zugriffsrechte zu erteilen, klicken Sie ihn einmal an (3). Auf der rechten Seite erscheint ein Menü (4), wo Sie auf den Eintrag "Ordner freigeben" (5) klicken. Im Feld "Nach Benutzer/Gruppen suchen" (6) wählen Sie nun alle Personen an der KFR aus, die auf diesen Ordner zugreifen sollen:

  • Zugriff durch Lehrerkollegen oder einzelne Schüler: Geben Sie den Vornamen gefolgt von einem Punkt und dem Nachnamen ein (beispielsweise maxine.muster), und wählen Sie den passenden Eintrag aus der Liste.
  • Zugriff durch eine ganze Klasse (resp. einen ganzen Kurs): Orientieren Sie sich bei der Suche an der Namengebung der vordefinierten Ordner links in der Cloud (7). Da es sich im vorliegenden Beispiel um einen NW-Kurs handelt, wird "Naturwissenschaften" eingetippt. Sofort wird eine Liste mit allen NW-Kursen angezeigt. Weiter hinten bei den kryptischen Kürzeln steht das Eintrittsjahr der Klasse an die KFR, am Schluss die unterrichtenden Lehrer. Mit dem unten ausgewählten Kurs (9) ist die Klasse 2f gemeint (das aktuelle Jahr 2018 minus 2016 = Klassenstufe 2, gefolgt von f, also 2f).

Für alle ausgewählten Personen oder Klassen können Sie nun die Zugriffsrechte (10) festlegen:

  • Vollzugriff: Diese Option bietet sich an, wenn Sie mit einem Lehrerkollegen einen Kurs gemeinsam leiten.
  • Nur Leseberechtigung: Wenn die Schüler lediglich Dateien betrachten und herunterladen sollen.
  • Nur Schreibberechtigung: Hier können die Schüler Dateien in den Ordner hochladen. Nach dem Hochladen haben die Schüler aber keinen Zugriff mehr auf ihre (vormals eigenen) Dateien – sie können sie also auch nicht mehr ändern, falls sie eine zweite, verbesserte Version nachreichen wollen.
  • Briefkasten: Hier haben die Schüler vollen Zugriff auf alle Dateien, die sie selber in den Ordner hochgeladen haben. Die Schüler können ihre eigenen Dateien also auch anpassen oder wieder löschen, wenn sie das möchten. Jeder Schüler kann aber nur auf seine eigenen Dateien zugreifen – nicht auf die der ganzen Klasse, für die Sie diese Berechtigung setzen.

Zuguterletzt weisen Sie mit "Erstellen" die zuvor festgelegten Zugriffsrechte dem Ordner zu (11). Wenn alles geklappt hat, ändert sich das Ordnersymbol in der Cloud und zeigt jetzt einen Pfeil im Ordner an (12).

Dateien hochladen/herunterladen/löschen

Wenn Sie oder Ihre Schüler Dateien in einen Ordner hochladen wollen, ist das Vorgehen wie folgt:

  1. Öffnen Sie den gewünschten Ordner mit einem Doppelklick.
  2. Klicken Sie auf das Wolkensymbol, und wählen Sie auf dem Mac (oder Smartphone) die Datei aus, die Sie hochladen möchten.
  3. Nach einigen Sekunden wird die hochgeladene Datei in der Cloud angezeigt.

Um eine Datei herunterzuladen oder zu löschen, wählen Sie sie (3) mit einem einfachen Klick zunächst aus. Anschliessend klicken Sie auf den Pfeil zum Herunterladen (4) resp. auf das Papierkorbsymbol (5). Wenn Sie eine Datei in einen anderen Ordner verschieben möchten, schneiden Sie sie zunächst aus, indem Sie auf das Schere-Symbol (6) klicken. Anschliessend gehen Sie aus dem aktuellen Ordner in Ihre Cloud zurück (7), wählen dort den neuen Speicherort aus (nötigenfalls durch Doppelklick auf einen Ordner) und fügen die Datei über das Einfügen-Symbol (8) ein.